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Aktuelles


Thermoreflektierende Beschichtungen - Anspruch und Wirklichkeit ?

Einsparung von Heizenergie mit speziellen (Wunder)Dispersionsfarben

Feste Stoffe (z. B. Mauerwerk und Putzschichten) übertragen Wärme durch Leitung von einem Stoffteilchen zum anderen. Die Wärmeleitfähigkeit ist somit eine spezifische Stoffeigenschaft, die von Werkstoff zu Werkstoff unterschiedlich ist.

Fragen: Welchen Einfluss nehmen dabei Beschichtungsstoffe? Kann eine 0,25 mm dicke Beschichtung, wie in der Werbung beschrieben, 6 cm Dämmstoff ersetzen?

Die Wärmeleitfähigkeit von handelsüblichen Beschichtungsstoffen liegt zwischen 0,16 und 0,37 W/m K bei 20 ° C (Untersuchung PTB Braunschweig), beim (Wunder-) Beschichtungsstoff mit „vakuumisierten ceramic bubbles“ liegt er bei 0,264 W/m K, in einer Größenordnung also, wie die üblichen Beschichtungsstoffe. Die Herstellerangabe von 0,000152 W/m K konnte nicht bestätigt werden.

Der Emissionsgrad von ca. 0,9 weicht nicht von einem handelsüblichen Beschichtungsstoff ab. So werden 90 Prozent der Strahlungswärme absorbiert und 10 Prozent reflektiert.

Die Materialforschungs- und Prüfanstalt für das Bauwesen Leipzig hat ebenfalls den (Wunder-) Beschichtungsstoff hinsichtlich der Werbeaussage über die Verringerung der Wärmeverluste der Außenwand mit 30 % und mehr untersucht. Als Prüfwand wurde eine mit mineralischem Putz versehene Wand mit einem k-Wert von 1,00 W/m2 K gewählt. Klimabedingungen: 23°C Warmseite
-6°C Kaltseite.

Der stationäre Fall

Bei dem gegebenen Temperaturunterschied von 29 K (29°C) war kein Unterschied bezüglich des Heizenergieverbrauches über den Betrachtungszeitraum für die unbehandelte und die beschichtete Wand festzustellen.
Unbehandelte Wand 216 W/h
Beschichtete Wand 216 W/h
Mit WDVS 96 W/h (Einsparung: 55,6 %)

Der instationäre Fall

Hier wurde auf der Außenseite der Wand ein wechselnder Bewitterungszyklus (aufheizen, beregnen, abkühlen, aufheizen) nachgestellt. Auf der Innenseite wurde der Sollwert von 23°C eingehalten.

Der mittlere Heizenergieverbrauch:
Unbehandelte Wand 160 W/h
Beschichtete Wand 157 W/h (Einsparung: 1,9 %)
Mit WDVS 86 W/h (Einsparung: 46,3 %)

Die Einsparung im instationären Fall ist auf die Schlagregenbelastung zurückzuführen. Auch handelsübliche Beschichtungen verhindern das Eindringen von Niederschlag.

Um die vom Gesetzgeber - Wärmeschutzverordnung 1995 - geforderten k-Werte dauerhaft einzuhalten, sind Dämmschichten ab 8 cm (bei k-Wert alt 1,80 W/m2 K) z.Z. notwendig.

Eine thermoreflektierende Beschichtung reicht nicht aus.

(Quelle: Veröffentlichung: Forschungsprojekt Nr. 5.52 PTB Braunschweig / Veröffentlichung: Bewertung der energetischen Wirksamkeit von Wandfarben, FMPA Leipzig)

 

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